Barrhorn #3600

wpid-dsc02828.jpgWie bei jeder Wanderung stehe ich früh auf und mache mich mit dem Zug auf in die Berge. Es Regnet und ein extrem Starker Wind pfeift durch das Tal. Der Wetterbericht macht mir Sorgen Sturmböhen, Schnee und Nebel sind vorhergesagt. Ich starte auf 600m in Turtmann um auf die Hütte auf 2500m aufzusteigen. Der Weg führt durch ein schönes Tal am Gebirgsbach entlang. Es fällt mir leicht die knapp 2000 hm der ersten Tagesetappe zu bewältigen. Ziemlich nass kam ich nach ca. 7 h Gehzeit an der Turtmann Hütte an.
An dem ganzen Tag bin ich nur einem Mensch begegnet, die Hütten Wirtin, sie versicherte mir das noch jemand oben sei. Das Wetter zeigte sich gnädig, selbst auf 2500hm war noch kein Schnee in Sicht. Beim Abendessen, mit einem Bergführer und zwei Deutschen die einen 4000er besteigen wollen, machte mir der Bergführer angst da er meint es sei riskant ohne Steigeisen aufzubrechen.

Gut ausgeschlafen ging es über gigantische Geröllhalden richtung Gipfel. Der Grund ist gefroren und manchmal wenn kleine Bäche den weg kreuzen ist es spiegelglatt. Ich bin froh das ich meine Wanderstöcke dabei habe die mir zusätzlichen halt geben. Ständig höre ich Geröllabgänge und Steinschlag die ich zum Teil selbst ausgelöst habe. Kurz vor dem Gipfel muss ich noch vereinzelt Schneefelder überqueren, die hart wie Beton sind und ich kaum halt finde. Als ich auf 3600m dem Barrhorn stehe ziehen dichte Wolken von Süden auf und eine tolle Aussicht bleibt mir verwährt. Nach einer kurzen Pause kehre ich um und beginne mit dem Abstieg. Es geht eine fast senkrechte Wand ca.30m in die Tiefe. Sie ist aber gut mit Leitern, Seilen und Hacken gesichert. Unten sollte es über einen Gletscher in ein anderes Tal gehen. In sämtlichen Berichten die ich über diese Tour gelesen habe sollte der Gletscher keine Schwirigkeiten mitsichbringen doch schon nach 10 Metern traf ich auf eine ca. 2m breite Gletscherspalte die ich unmöglich überqueren konnte. Also wieder zurück und 3000hm im Stechschritt ins Dorf zurück. Das Wetter hielt recht gut es gab kaum Neuschnee und der Wind ließ schnell nach und wenn es regnete dann nur leicht. Insgesamt eine sehr anspruchsvolle Wanderung konditionel und auch technisch. Noch nie war ich auf einem Berg der so hoch ist. Abends um 8 Uhr kam ich wieder wohlbehalten aber ziemlich erschöpft in Turtmann an und erwischte gerade noch den letzten Zug nach Aarau.

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