Thailand

Ziemlich erschöpft und nach einer schlaflosen Nacht im Flieger komme ich früh morgens in Bangkok an. Nach nem Besuch an nem Geldautomat geht es mit einem Zug in die Innenstadt. Dort angekommen, bin ich recht positiv überrascht. Es ist nicht ganz so chaotisch wie erwartet. Nach erfolglosem „herum fragen“ mache ich mich ohne Plan auf die Suche nach einem Hostel. Direkt am Ausgang sehe ich schon das Erste und mache keine Kompromisse, lege mein Gepäck dort ab und suche was zum Futtern. Mittags kann ich endlich einchecken und schlafe erst mal ein paar Stunden. Die nächsten 3 Tage werde ich hier verbringen ohne größere Aktivitäten. Ich mache nur das Minimum an Sightseeing und habe die Schnauze schon voll. Meine Highlights sind das sehr moderne Hostel, das glutamatreiche Essen (Achtung Ironie) und eine adrenalinreiche Taxifahrt auf einem Motorrad durch den Stadtverkehr.
Der Schock von Bangkok blieb eigentlich aus, es ist zwar heiß und schwül und es ist viel los auf den Straßen aber im Gegensatz zu Kathmandu ist es hier schon sehr geregelt. Es gibt sogar Ampeln an denen fast alle halten.

Mit einem Fernbus und arschkalter Klimaanlage geht es nach Chiang Mai, eine Stadt im Norden. Dort komme ich abends an und lass mich von einem Tuck Tuck zu den Hostels fahren. Es ist ziemlich viel los, alle sind am Saufen und auf den Straßen laufen alle mit Spritzpistolen und Wassereimern rum. Komisch.
Es ist mir zu viel los und ich buche am nächsten Morgen einen Bus nach Pai. Einige haben viel von diesem Dorf in den „Bergen“ erzählt. Die Berge stellen sich als Hügel mit viel Grünzeug drauf heraus, trotzdem ganz nett. Die Fahrt im engen Minibus ist etwas besonderes. Auf den 100km gibt es kaum gerade Strecken und auf dem endlosen auf und ab liefern sich die Minibusfahrer regelrechte Rennen. Da es sehr heiß ist und schon lange nicht geregnet hat, sieht man überall Rauchschwaden in der Ferne von den vielen Waldbränden. Auf einmal wird es dunkel im Minibus und direkt am Straßenrand brennt alles: Bäume, Büsche, Müll und sogar die Stromleitungen. Ziemlich beängstigend durch ein Flammenmeer zu fahren. Aber die Waldbrände sind hier in der Jahreszeit Alltag. Ein kleines Feuerwehrauto setzt den Flammen, ohne einen Unterscheid zu machen, entgegen. Als ich in Pai ankomme, lerne ich was es mit den Spritzpistolen auf sich hat. Es ist Wasserfestival! Fast keiner arbeitet, alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene machen den ganzen Tag nichts anderes, als sich gegenseitig nass zu machen. Ich bin froh, dass ich mein Gepäck in wasserdichten Säcke habe, die ich für Nepal besorgt habe aber nie wirklich gebraucht habe da es fast nie geregnet hat. Hier kann man die Ausrüstung gut testen. Auf der erfolglosen Suche nach einem Campingplatz bekomme ich im Minutentakt einen Eimer Wasser über den Kopf.
An einem Flüsschen finde ich ein paar Bungalos wo ich mein Zelt aufstellen kann. Es ist sehr touristisch doch irgendwie sehr entspannend. Ich bleibe hier für ne Woche und genieße das faule Leben, gehe ab und zu joggen und mache eine Yogastunde. Besuche einen „Canyon“ eine riesige Höhle in der alles von Fledermäusen verschissen ist und unten drunter im Wasser tausende Fische den Mais der Touris veressen. Eine heiße Quelle gibt es hier auch, aber bei 40°C würde ich lieber in einer kalten baden. Die Meisten fahren hier mit nem gemieteten Roller rum, wovon ich nicht so begeistert bin, da ich noch nie gefahren bin. Andere überreden mich dann doch und meinen es sei ganz einfach. Der Spaß kostet für 24h nicht mal 5 Euro. Ich suche mir Einen aus und bekomme einen Crashkurs. Einmal über den Hof fahren – fertig. Es macht reisen Spaß durch die Gegend zu düsen und ich baue „gottseidank“ im Gegensatz zu vielen anderen keinen Unfall.
Hier mache ich auch einen Kochkurs, wir gehn auf den Markt kaufen alles frisch und kochen Pad thai, Rotes Curry, Grünes Curry, Gelbes Curry, Papayasalat, Sticky rice und andere Leckereien. Endlich mal wieder in einer Küche zu stehen macht richtig Spaß, da ich 2 Tage hier koche und die Meisten anderen nur für ein Essen da sind, bin ich ziemlich schnell die rechte Hand von der etwas faulen Köchin. Das Essen ist der Hammer! Bin schon gespannt wie ich diese Gerichte in Deutschland umsetzen kann.

Nach ner Woche packe ich mein Zelt wieder ein und es geht zurück nach Chiang Mai, dort mache ich einen teuren Kletterkurs dessen Investition sich aber lohnt. Mit meinem eigenem Guide, der extrem begeistert bei der Sache ist, geht es an den Fels. Wir klettern den ganzen Tag bis zur totalen Erschöpfung. Naja ich zumindest. Was für ein toller Sport den ich bestimmt mal intensiver betreiben werde.
Mit einer Gruppe aus England gehe ich mal auf klassische Partytour. Diese Freaks habe ich schon in anderen Orten getroffen. Sie machen fast jeden Tag das gleiche Programm: Essen, Saufen, Schlafen. Und das mit unheimlichem Durchhaltevermögen denn ich treffe sie auch noch später in Laos , Kambodscha und Vietnam.
Nach ein paar Cocktails, Bier und Tequila geht es auf den Nachhauseweg. Als wir an einem Tattooladen vorbei kommen, der Nachts um 3Uhr noch geöffnet hat, lassen sich tatsächlich drei besoffen ein Tattoo stechen. Ich gucke sehr amüsiert mit einem Bier zu. Die Tattoos sind erstaunlich gut geworden und auch die Motive waren eher normal außer eins, das Logo von 7eleven der größten Supermarktkette in Asien.

Nun geht es weiter über Laos, Vietnam und Kambodscha bis ich nach 5 Wochen wieder in Bangkok lande.

Als ich in Bangkok nach den paar Wochen wieder ankam war schon ein Gefühl von Vertrautheit da. Ich ging ins gleiche Hostel. Alle Mitarbeiter erkannten mich wieder und begrüßten mich freundlich. Ich kenne die Gegend und weiß nun auch wo man das beste vegetarische Essen findet. Natürlich beim Inder. Nich weit von meinem Hostel gibts ne Ecke wo sich viele Inder aufhalten und es tolle Restaurants gibt. Ich kann gar nicht so viel essen wie ich probieren will. Hier habe ich ein paar Aloogobi Masalla, Naan Chapati und aneres Zeug, das mich echt vom Hocker haut. Ich springe über meinen Schatten und frage ob ich hier ein paar Tage arbeiten darf. Ich erkläre ihnen, dass ich Koch bin und das Essen der Hammer ist. Die Meisten sind sehr erfreut über mein Interesse sagen aber trotzdem immer ab. Als ich bei meinen Lieblings-Indern durch bin, entscheide ich mich weiter nach Süden zu gehn.
Nach einer weiteren Nacht im Bus komme ich in Krabi an. Einem Touridorf an der Küste, hier hat es die sogenannten Traumstrände. Ich lege mich 2 Stunden an den Strand und genieße den Anblick. Hier kann man tausende Sachen machen, aber ich bin nicht sehr motiviert auf so einen Quatsch und der Strand langweilt mich jetzt schon, darum lasse ich Thailand hinter mir und versuche in Malaysia mir ein indisches Praktikum zu suchen.
Für mich war Thailand ganz ok. Das Beste war: das Essen im Norden und der Kochkurs. Das Klettern war auch super. Warum hier so viele Touristen herkommen verstehe ich nicht wirklich.
Trotzdem war es ein Besuch wert und ich weiß,  dass ich hier her sehr wahrscheinlich nicht zurückkehren werde.

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